120 Jahre Berner Heimatschutz
Der Berner Heimatschutz wurde am 1. Juli 1905 von einflussreichen Berner Persönlichkeiten wie Otto von Greyerz, Karl Indermühle und Arist Rollier geründet, die beiden letzteren aktive Vertreter des Berner Freisinns. Der Verein besteht seit nunmehr 120 Jahren und wurde gegründet aus der Überzeugung, als Anwalt unserer wertvollen Baukultur Städte und Dörfer sowie Landschaften vor Verschandelung zu bewahren.
Seit bereits 120 Jahren setzen wir uns für den Erhalt von historisch wertvollen Bauten ein und fördern das Entstehen von guten Um- und Neubauten. Wir helfen mit, Ortsbilder sinnvoll und mit hohem Qualitätsanspruch weiterzuentwickeln. Wir engagieren uns für Landschaft und Natur sowohl im städtischen als auch im ländlichen Raum. Schliesslich fördern wir den Dialog zwischen Fachwelt und Allgemeinheit.
Wir waren nie ein Club von Gestrigen. Seit unserer Gründung stehen neben dem Schutz wertvoller Häuser auch die Auseinandersetzung mit neuen architektonischen Strömungen, die nachhaltige Raumplanung und Verkehrsprojekte im Zentrum unserer Vereinstätigkeit. Unsere Aktivitäten führten stets zu Zielkonflikten mit anderen gesellschaftlichen Herausforderungen
Aktuelle Herausforderungen
Heute sind wir gefordert bei der Energiewende und dem Klimaschutz (Solarkraftwerk Hintisberg). Als grösste aktuelle Herausforderungen erweisen sich die Innere Verdichtung und die aktuelle Wohnungsnot. Weil unser Widerstand gegen seelenlose und rechtswidrige Überbauungen immer wieder erfolgreich ist, stehen der Denkmalschutz und das Einsprache- und Verbandsbeschwerderecht heute erneut unter Druck. Unser Einsatz bringt jene Baulobby in Rage, die von Renditeüberlegungen getrieben Tabula-rasa-Projekte in bebauten Bauzonen forciert und deshalb seit rund drei Jahren eine Kampagne gegen die Denkmalpflege, den Heimatschutz und weitere Verbände führt mit zahlreichen Motionen und Postulaten auf Bundes- und Kantonsebene.
Stark machen für ausgewogene Lösungen – mit Ihnen!
Wir müssen deshalb wachsam bleiben und uns wehren für ausgewogene Problemlösungen, die einen angemessenen Ausgleich der betroffenen Interessen gewährleisten. Dabei hüten wir uns im Interesse guter Lösungen vor Aktivismus und verzichten auf Extrempositionen. Vielmehr signalisieren wir Gesprächsbereitschaft im Interesse einvernehmlicher Lösungen. Nur so werden wir als eine Stimme der Vernunft wahrgenommen und haben Erfolg.
Und wir müssen wachsen, damit wir uns noch besser Gehör verschaffen können. Erfreulicherweise ist unser vor Jahren noch stark männerlastiger Verein deutlich weiblicher geworden und auch der berufliche Hintergrund unserer Mitglieder ist heute vielfältiger. Unsere Mitgliederzahlen sind jedoch, – wie bei vielen andere Organisationen auch –, seit Jahren rückläufig. Werden Sie Mitglied beim Berner Heimatschutz oder werben Sie neue Mitglieder, damit der Berner Heimatschutz noch für Jahrzehnte als Anwalt unseres gebauten Erbes aktiv bleiben kann!
Luc Mentha, Präsident